Kategorie: Erlebnisberichte Nava Disa

Sala Nava Disa

Die 2 1/2 Jahre bevor ich im März 2008 nach Nava Disa flog, waren wohl die anstrengendsten meines bisherigen Lebens. Das 1. Mal Selbständig mit einem großen Geschäft und meine Partnerschaft verlangten mir ALLES ab. Ich war absolut erholungsbedürftig.

Vielleicht war diese totale Überreizung einer der Gründe, warum ich meine Zeit gebraucht habe, in Nava Disa anzukommen. (Ich betreibe ein Wellness-Center der besonderen Art und weiß aus Erfahrung, dass die meisten Menschen, die so überbeansprucht sind wie ich damals war, einfach ihre Zeit brauchen, bis sich der innerliche Sturm legt und man wieder anfängt zu sehen und zu fühlen ...und loslassen kann). Ich hatte mein Geschäft in vertrauensvolle Hände gegeben und wollte einfach nur noch Zeit für mich.

Als ich für 6 Wochen nach Nava Disa fuhr, war mein einziger Gedanke: ich will es einfach wissen. Was genau ich da meinte, kann ich schwer in Worte fassen. In mir war eine Ungeduld, ein Drängen, ein Gefühl, dass mir immer irgendwie sagte, ich habe keine Zeit zu verlieren. Ich wollte / mußte irgendwie anders Eintauchen in die Gesetze des Lebens, als ich bis jetzt geschafft hatte.

Nava Disa ist ein besonderer Platz mit einer besonderen Energie. Er macht es einem leicht, in dieser Energie mitzuschwingen, in der vieles leichter und selbstverständlicher zu gehen scheint - die Wahrnehmung feiner wird. Eigentlich fragt man sich, warum das sonst anders ist. Besonders stark ist dies in der Meditationshalle zu fühlen. Manchmal empfand ich die Energie so stark, dass es mich fast umgepustet hätte. (An anderen Tagen spürte ich nichts - auch das mußte ich zu meinem Bedauern feststellen). Jeder kennt, das Gefühl, das gute Laune ansteckend ist. Eine höhere energetische Schwingung kann uns mit tragen, sobald wir in Resonanz mit ihr gehen. Ich war auf jeden Fall froh, dort in Thailand zu sein. Weit genug weg und an einem Platz der besonderen Art.

Ich liebe die Sprache, mag gut gewählte Worte, höre gerne zu und bin gerne in Kommunikation. Aber Nava Disa war für mich einfach schweigen. Ich hatte irgendwie nichts zu sagen und trotzdem schien ich in permanenter Kommunikation mit Allem zu sein. In der Zeit dort hat mich das oft irritiert; ich wollte so viel Fragen und Wissen aber die Worte wollten sich einfach nicht mehr in meinem Kopf formen. Ich war sehr mit meiner innerlichen Welt beschäftigt. Und damit meine ich nicht das Wühlen in Gedanken, das Kramen in der Vergangenheit (auch wenn das mal auftauchen kann) oder das Kreiseln in bekannten Gefühlen.

Die Vipassana Meditation, die uns ja während des Tages begleitete, schärft die Aufmerksamkeit für das, was in dem Moment da ist. In der Meditation selber ist es oft sehr anstrengend, in diese nicht urteilende Aufmerksamkeit zu kommen, zu bleiben, sie immer feiner werden zu lassen. Aber sie scheint auch wie Tore zu öffnen zu anderen Dingen, die uns vielleicht bis dahin unbekannt gewesen sind. Ich kann diesen Pool von Möglichkeiten, die sich da auftun können, nur "Dinge" nennen, weil mir einfach kein passender Begriff dazu einfällt.

Einmal in der Meditation nahm ich eine Energiewelle, die von mir ausging, sehr körperlich wahr. Sie bewegte sich kreisförmig von mir weg in den Raum hinein und schien mich mit Master Han Shan, der einiges vor mir saß, zu verbinden. Ich weiß noch, dass der Gedanke auftauchte, „eigentlich müsste er mich in seinen Rücken atmen fühlen“. Begleitet wurde diese Energiewelle von einem Gefühl des reinen Friedens und der reinen Liebe. (Jetzt weiß ich, dass dies für mich bis dahin rein abstrakte Begriffe gewesen sind, weil ich diese Zustände vorher noch nie empfunden habe.) Körperlich hatte ich das Gefühl, immer leichter und größer zu werden. Ich war gerade dabei, sprichwörtlich "abzuhaben", als diese Energie mich wieder verließ. Richtig wäre wohl zu sagen, "ich konnte diesen Energielevel nicht aufrecht erhalten".

Dieses Erlebnis hat einen tiefen Eindruck hinterlassen. Und weil es so wunderschön war, in dieser Energie gewesen zu sein, wollte ich sie so gerne wieder herbei locken. Doch was ich auch versuchte in den nächsten Tagen, alles was passierte, war weiter nur die Anstrengung und Konzentration auf die Aufmerksamkeit zu legen. Keine Welle, keine Liebesenergie, nichts. Es mag sich für euch naiv anhören, oder wie auch immer man das bezeichnen könnte; meine Enttäuschung über die Erkenntnis, dass solche Erfahrungen nicht (für mich noch nicht) zu kreieren sind, war maßlos. In dem Augenblick, als ich diese Liebe wahrnahm, wusste ich, dass ich genau dafür lebe; und dann wollte sich das einfach nicht mehr einstellen.

Vor ein paar Wochen bin ich ein 2. Mal eingetaucht in diese Energie. Es kam wieder genauso unerwartet während ich mich in die Meditation begab. Wenn ich mir hätte vorzustellen versucht, wie das ist, wenn einem der heilige Geist begegnet, hätte ich es wahrscheinlich genau so zu beschreiben versucht. Aber irgendwie ist es unbeschreiblich. Es ist eben ein reines Gefühl, für das uns in unserer Umgangssprache die Worte fehlen.

Seitdem ich in Nava Disa gewesen bin, hat sich sehr viel in meinem Leben verändert. Nicht nur, dass ich jetzt mehr von Energie und Energiefeldern verstehe. Ich ERLEBE, dass sich mein Energiefeld stetig verändert, sich meine „Mechanismen“, Reaktionsweisen, Gefühle und Gedanken verändern. Ich gehe anders mit den Situationen in meinem Leben um. Meine Dramen werden weniger und meine Existenzängste nehmen ab. Ich lebe in größerem Vertrauen und weiß jetzt, was das wirklich heißt und bedeutet, dass sich jeder sein Leben selber kreiert und für alles verantwortlich ist, was er erlebt. Und merkwürdiger Weise ist es nicht belastend oder erdrückend. Ich habe das Gefühl, ich werde immer freier.

Ich bin immer ein eher kritischer Mensch gewesen und habe alles hinterfragt. Und das geht mir vor allem mit den Dingen so, die mir noch unbekannt ist. Es kann auch hier nicht darum gehen, anderen Menschen einfach nur zu vertrauen oder zu glauben. Man muß sich selber auf den Weg machen und Erleben.

Nava Disa gehört für mich zu den Orten, die mich darin unterstützen, meine Pforten zu öffnen für immer tiefere Wahrheiten. Dass es diesen schönen Ort gibt und ich mich jederzeit unterstützt fühle, dafür danke ich Han Shan von ganzem Herzen.

Silvia