Rüsselsheimer Echo - Juli 2005


Navadisa im Rüsselsheimer Echo

Was kommt, geht auch wieder.

 

Vortrag - Zum buddhistischen Mönch gewandelter gebürtiger Offenbacher präsentiert überzeugend schlichte Weisheiten

 

Seine Hinweise auf die Energiefelder in uns allen klingen abgehoben. Nicht einfach zu verstehen. Laien, die sich noch nicht mit Buddhismus beschäftig haben, verwirrt das. Doch das Charisma von Master Han Shan, mit bürgerlichem Namen Hermann Ricker, drängt Unglauben und Skepsis zurück.

 

Man muss ihm zuhören. So wie am Donnerstagabend die rund 60 Interessierten im Kolleg der SKV Gaststätte. Die Schwüle im Raum belastet Ihn aber nicht. Ricker erzählt von sich, von seinem Leben und seiner Philosophte. Genau genommen arbeitet er, als einziger im Saal. Alle andere müssen nur da sitzen und ihm zuhören Aber ihm macht die Hitze nichts aus. Er schwitzt nicht mal. Das Glas Wasser vor ihm - weit über eine Stunde lässt er es unberührt.

 

Wer fasziniert da das Publikum aus Nauheim und umliegenden Orten? Hermann Ricker bezeichnet sich als ehemaligen Millionär. Er machte seine Geschälte durch Im- und Export zwischen Asien und Europa. 1995 brachte ein Autounfall die Zäsur. Der Wagen - Totalschaden. Er blieb unverletzt. Ricker entschied, sein Dasein zu ändern. Er wollte den Sinn des Lebens erkennen, überdachte sich und seine Situation und wurde buddhistischer Mönch in Thailand. Auf der unbewohnten Insel Don Sawan lebte er nach eigenen Angaben zwei Jahre lang: Allein und isoliert.

 

Er gründete danach Nava Disa, ein Aufenthaltson zur Besinnung und Selbstfindung, eine Oase der Ruhe und Weiterentwicklung, wie er sagt. Ein Ort, der es ermögliche, Bewusstsein und körperliches Wohlbefinden weiter zu entwickeln. Schon ein Videofilm aber Nava Disa zeigt beim Vortrag Wirkung. Viele Zuschauer wirken verzückt. Wer möchte nicht dem Stress entfliehen und sich dort besser fühlen?

 

Ricker erläutert nach dem Film seine vom Buddhismus geprägte Denkweise. Später können Fragen gestellt werden. Seine einfachen Antworten machen für Laien vieles verständlich. Der Mönch, der sich vier Wochen in Deutschland aufhält, unter anderem weil er Bruder und Schwester in Darmstadt besucht, preist das tägliche mentale Training. Vieles, was auf einen zukomme. lasse sich so besser verkraften.

 

Ricker empfiehlt, zu verstehen, welche Effekte äußere Einflüsse haben. Sie bewirken Reaktionen. Durch das Verständnis dieses Ablaufs könne das eigene Handeln kontrolliert werden. Beispiel: Aus der Küche in der SKY Gaststätte kommt ein verlockender Duft, Gyros, Zaziki, Pommes. Der Körper reagiert: Hunger. Mein Verstand erkennt, das Gefühl kommt von außen. Und schon habe ich keinen Hunger mehr, sagt Ricker. So geht er auch mit Aggressionen um. Sie kommen von außen, werden von anderen an einen heran getragen, sagt er. Sie prallen an ihm ab, werden gar nicht erst verinnerlicht und führen zu keiner Reaktionen. Was kommt, geht auch wieder, lautet eine Erkenntnis. Klingt schlicht, verursacht aber heim Publikum stummes Kopfnicken. Nichts ist von Dauer, nichts ist permanent, auch Glücksgefühle nicht, sag der Mönch.

 

Seine Darlegungen provozieren Fragen, Er antwortet geduldig und ausführlich. Ihm gelinge es, den Stein des Lebens leichter zu tragen. Und wie? Das will und kann er vermitteln. Dezent und doch eindringlich.

 

Navadisa im Rüsselsheimer Echo